Player
Zur Zeit spielt o94 musik. Bei klick auf den Button öffnet sich der Player in einem neuen Fenster
Tierrechtsradio
Zur Übersichtsseite von Tierrechtsradio.
Sendung vom 02.07.2010 11:00:

Hummer

Proteste gegen die Hälterung von dem Tod geweihten Hummern mit zugebundenen Scheren zeigen Wirkung: sie soll verboten werden. Ebenso sollen Hummer vor dem Kochen betäubt werden müssen.

Tierrechtsnachrichten von 25. Juni – 1. Juli 2010

Kleider Bauer Demos
Am 25. und 26. Juni wurde sowohl in Wien Mariahilferstraße als auch in Innsbruck Museumstraße vor Kleider Bauer gegen Pelz protestiert.

Tierrechtsdemos
Von 25. – 27. Juni informierten TierrechtlerInnen anlässlich des Donauinselfestes in Wien an der Copa Cagrana über Tierrechte.
Am 25. Juni gab es am Grazer Hauptplatz eine Informationskundgebung zu Tierrechten und Schweinefabriken.
Am 30. Juni wurde am Schwedenplatz in Wien gegen die Produktion von Fleisch in Schweinefabriken protestiert.
Am 1. Juli demonstrierten TierrechtlerInnen bei der Volksoper in Wien gegen die Repression.

Spitzenpolizist kritisiert Tierschutzanklage
Während ExpertInnen davor warnen, dass Österreich im Griff der Mafia sei und zu wenig dagegen getan werde, verfolge man TierschützerInnen nach dem Mafiaparagraph. Einhellig sagten ExpertInnen anlässlich einer Podiumsdiskussion der Tageszeitung „Der Standard“ am 28. Juni, Österreich sei ein Tummelplatz der italienischen und osteuropäischen Mafia. Der ehemalige Leiter des Wiener Sicherheitsbüros und OECD Berater Max Edelbacher brachte sein Missfallen darüber zum Ausdruck, dass ein Mafiamord nicht nach dem Mafiastraftatbestand § 278a StGB bestraft worden sei, andererseits TierschützerInnen nach eben diesem § 278a verfolgt werden. Die Begrifflichkeit sei „in eine Schieflage“ geraten und man solle „das Kind im Dorf lassen“ betonte er mit Bezug auf den Tierschutzprozess. Eine polizeiliche Antimafia-Einheit sei bereits vor Jahren abgeschafft worden. Damit äußert sich nach MenschenrechtlerInnen und zahlreichen RechtsprofessorInnen erstmalig ein hochrangiger Polizist ablehnend über die Anwendung des § 278a auf TierschützerInnen.

Dritte Station der Veganmania 2010 in Linz
Das 13te Jahr gibt es die veganen Sommerfeste in Österreich. Von den kleinen Anfängen, insbesondere in Linz, wo lange Zeit nur eine Handvoll Zelte ein eher bescheidenes Dasein fristeten, bis heute, einem großen Straßenfest mit Tausenden BesucherInnen, ist viel geschehen. Wie in Graz das MOVE-Festival, so gibt es auch in Linz seit einigen Jahren eine eigene Gruppe von AktivistInnen aus dem Tierrechtsbereich, die ein großes Straßenfest zusammenstellt, das nicht nur Tierschutz, Tierrechte und Veganismus thematisieren soll. Fair Planet heißt das Fest in Linz, siehe http://www.fairplanet.at/, das mittlerweile auch schon einen Fixpunkt im Sommerkalender dieser Stadt darstellt. Die zahlreichen Organisationen mit ihren Produkten und Ideen, die dieses Fest mit Leben erfüllen, zeigen, dass Veganismus nicht im Widerspruch zu Genuss steht! Gerade auf einem fairen Planeten kommen Spaß und Genuss nicht zu kurz. Davon konnten sich die Tausenden BesucherInnen, die trotz kurzer wiederkehrender Regengüsse die Tische und Zelte bevölkerten, überzeugen. Nicht zuletzt hat auch die gute Musik ihr Scherflein dazu beigetragen, dass dieses Fest das größte und beste der bisherigen Sommerfeste in Linz geworden ist!

Neuer Einkaufsführer für tierversuchsfreie Produkte erschienen
KonsumentInnen sind oft verwirrt, welche Kosmetika oder Waschmittel denn nun tatsächlich tierversuchsfrei sind, da die Positivlisten verschiedener Organisationen unterschiedliche Kriterien zur Aufnahme verlangen. Für den am 1. Juli neu erschienenen Einkaufsführer wurden mehrere seriöse Listen zusammengefasst und die Kriterien genau erklärt. Zusätzlich findet sich ein ausführlicher Bezugsteil im Anhang. Damit ist es für alle VerbraucherInnen einfach, schnell und bequem tierversuchsfreie Produkte nach jenen Kriterien zu erwerben, die ihnen am meisten zusagen. Es leiden und sterben noch immer zehntausende Tiere jährlich für Kosmetika, auch wenn innerhalb der EU ein erster beachtlicher Teilerfolg erzielt wurde. Demnach sind Tierversuche für fertige kosmetische Produkte verboten und seit dem 11. März 2009 darf es auch keine Tierversuche für neue kosmetische Inhaltsstoffe mehr geben. Doch Kosmetika, deren Inhaltsstoffe außerhalb der EU in Tierversuchen getestet wurden, können hierzulande noch bis 2013 uneingeschränkt verkauft werden. Zusätzlich dürfen Tierversuche für die Prüfung von Rohstoffen ohne Einschränkung durchgeführt werden, wenn diese nicht nur für Kosmetika, sondern auch für andere Produkte verwendet werden - und das betrifft natürlich fast alle.

Umfrage in Salzburg: Mehrheit für Abschaffung von Fiakern
Nicht nur in Wien und Innsbruck, auch in Salzburg wird gegen die Nutzung von Pferden für Fiakerfuhrwerke protestiert, so zuletzt am 12. Juni. Der ORF führte dazu am 1. Juli eine Umfrage durch. Anlass war zwar die Frage der Schmutzbelastung der Stadt durch Pferdekot und –urin Windeln. Doch eine relative Mehrheit von 36% aller Befragten sprach sich generell für die Abschaffung von Fiakern aus.

Regierung will Tierschutzrat verändern
Mit dem Bundestierschutzgesetz 2005 wurde auch ein Tierschutzrat eingeführt, der die Regierung in Tierschutzfragen und beim Erstellen neuer Tierschutznormen beraten sollte. Allerdings stellte sich bald heraus, dass die Mitglieder dieses Rates in den Augen der Regierung zu tierschutzfreundlich waren. Offenbar wollte man lediglich ein Feigenblatt für den Erlass wirtschaftsfreundlicher aber tierschutzfeindlicher Gesetze. Also wurde der Tierschutzrat dramatisch um weisungsgebundene BeamtInnen erweitert. Trotzdem blieb der Tierschutzrat für die Regierung zu tierschutzfreundlich, so verweigerte er z.B. die Zustimmung zur Erhöhung der Masthuhnbesatzdichten. Am 1. Juli wurde jetzt eine weitere Umformung des Tierschutzrates durch die Regierung bekannt, die am 9. Juli bereits im Parlament zur Abstimmung vorliegen wird. Danach soll der bisherige Tierschutzrat nur noch eines von drei Beratungsgremien sein. Es soll in Zukunft einen wissenschaftlichen, einen politischen und einen vollzugstechnischen Tierschutzrat, allerdings wird nach diesem Vorschlag der Tierschutz nur im wissenschaftlichen Rat eine Stimme haben.

Tierversuche geringfügig gesunken, aber keine Trendwende in Sicht
Der Ende Juni erschienen amtlichen Tierversuchsstatistik ist zu entnehmen, dass im Vorjahr in Österreich 207.738 Versuchstiere verbraucht wurden, was gegenüber dem Jahr 2008 eine Verringerung um 5,8 % darstellt. Im Rahmen dieser ethisch und wissenschaftlich umstrittenen Experimente und Tests sind nach wie vor Mäuse die am häufigsten verwendete Tierart (169.393 neu und 28 erneut verwendete Tiere). Ihnen folgen mit deutlichem Abstand Kaninchen (16.441), Ratten (8.796), Meerschweinchen (3.664), Schweine (5.291) und Fische (1.728). Aber auch Katzen, Hunde, Hamster und Amphibien blieben nicht verschont. Drei Viertel der Versuchstiere (146.519) wurden für die Forschung, Entwicklung, Herstellung und Qualitätskontrolle von Produkten und Geräten der Human-, Zahn- und Veterinärmedizin verwendet.

Abstimmung über neue Tierschutznormen im Gesundheitsausschuss des Parlaments
Die Grünen brachten am 1. Juli im Gesundheitsausschuss drei Anträge ein. Mit dem ersten sollte die Schweinehaltung bzgl. Vollspaltenböden, Stroheinstreu, Kastenständen und betäubungsloser Kastration verbessert werden. Der zweite Antrag bezog sich auf die Umsetzung der Empfehlung des Tierschutzrates, dass Kälber bis zur zweiten Lebenswoche nur nach Sedierung und Schmerzausschaltung enthornt werden dürfen sollen. Beide diese Anträge wurden zwar abgelehnt, aber immerhin behandelt, weshalb sie zwischen 7.-9. Juli dem gesamten Parlament zur Abstimmung vorgelegt werden müssen. Der dritte Antrag der Grünen bezog sich auf die Tötung von Hummern. Der Empfehlung des Tierschutzrates folgend, forderten die Grünen, dass die Hummer vor der Tötung im kochenden Wasser mit einem eigenen Gerät, dem Crusta Stun, betäubt werden sollten. Zu diesem Antrag signalisierten die Regierungsparteien Zustimmung, vertagten aber den Beschluss für weitere Besprechungen.

Bekleiderketten Escada und Adolfo Dominguez werden pelzfrei
In einer Presseaussendung Ende Juni erklärte die Bekleiderkette Escada, gegen die seit Jahren eine Tierschutzkampagne läuft, sie werde ab sofort keine Pelze aus Farmzucht mehr verkaufen. Der spanische Designer Adolfo Dominguez gab ebenfalls Ende Juni bekannt, er werde weder Pelz noch Leder in seinen Kreationen verwenden.

USA: Bald Genlachs auf dem Teller?
Während in Europa noch über die Zulassung von gentechnisch veränderten Pflanzen gestritten wird, steht in den USA bereits der nächste große Schritt bevor: Dort könnte in wenigen Monaten ein turboartig wachsender Genlachs die Zulassung erhalten, berichtete die New York Times am 27. Juni. Damit käme weltweit erstmals das Fleisch eines genmanipulierten Tieres in die Kühlregale der Supermärkte. Noch steht die Entscheidung der US-Behörden aus, doch die Lebensmittelindustrie hat bereits weitere Pläne - etwa das genmanipulierte "Ökoschwein".


Vorankündigungen

Heute Freitag, ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demos auf der Wiener Mariahilferstraße 111
Vegane Sommerfeste siehe www.veganmania.at, am 3. Juli in Salzburg
Die neuesten Sendungen aller Tierrechtsradios in Österreich finden sich auf der Webseite www.tierrechtsradios.at
Siehe www.tierschutzprozess.at für Infos zum Prozess
Siehe www.martinballuch.com für Kommentare des Hauptangeklagten