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Sendung vom 26.07.2011 11:00:

Die Presse verarbeitet eine „humanitäre Aktion“ für Libyen:Ein selten schöner Krieg!

Kaum losgegangen, werden die Massenproteste als Ausdruck des Wunsches der arabischen Menschen nach Übernahme der hiesigen Regierungsform begrüßt.

Journalisten, die ansonsten ihren Regierungen nicht empfehlen, dem „Druck der Straße“ nachzugeben, und Demonstranten in Griechenland, Spanien, Portugal oder Frankreich stets auf Friedfertigkeit und Respekt vor der Gesetzesmacht ihrer Obrigkeit verpflichten, zeigen sich vom Straßenkampf in Libyen begeistert: Da sind keine „Unruhestifter“, sondern Freiheitshelden unterwegs, deren Aufstand gegen die Staatsmacht absolut gerechtfertigt ist – die Gewalt des Staates gegen sie ist also umgekehrt allerhöchstes Unrecht. Dass Politiker in den Heimatländern der europäischen Ideale an ähnliche „Unruhen“ gedacht haben, als sie vor längerer Zeit ihre Notstandsgesetze verabschiedeten, hilft dem „Machthaber“ in Libyen gar nichts. Wenn der sich auf einen „Staatsnotstand“ beruft, weil Bewaffnete die Kasernen abbrennen, diskreditiert ihn das nur: Der wahre Notstand in seinem Staat ist ja, dass er regiert, und dem wird nur abgeholfen, wenn er abtritt. Man entdeckt daher auch absolut keine Ähnlichkeiten der Politik Gaddafis mit den Taten befreundeter Staatsmänner in anderen Winkeln der Welt: In Afghanistan geht ganz in Ordnung, dass eine Regierung mit viel Gewalt, die der Westen bereitstellt, gegen Teile des eigenen Volkes vorgeht.