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Tierrechtsradio
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Sendung vom 20.05.2011 11:00:

Resümee zum Legebatterieverbot

In der Kastenstanddiskussion wird die Frage virulent, welche Konsequenzen eine Verschärfung von Tierschutzvorschriften für die Tiere, die KonsumentInnen und die Bauernschaft hat.

Tierrechtsnachrichten von 13. – 19. Mai 2011

Kleider Bauer Demos
Wie jede Woche gab es auch in den letzten 7 Tagen insgesamt 5 Demonstrationen gegen Pelz bei Kleider Bauer in Innsbruck, Linz und Wien.

Tierrechtsdemos
Am 13. Mai gab es ganztags eine Informationsveranstaltung zu Tierrechten am Grazer Hauptplatz.
Am 17. Mai wurde am Stefansplatz in Wien und am 19. Mai am Hauptplatz in Graz gegen Kastenstände protestiert.

Veganmania in St. Pölten
Den Auftakt der Serie 12 veganer Sommerfeste machte heuer St. Pölten am Samstag den 14. Mai. Trotz zeitweiligem Regen war das Straßenfest am Hauptplatz gut besucht. Die Musikbands mussten allerdings in einen nahen Konzertkeller ausweichen. Mit 14 Ständen war das Fest in der niederösterreichischen Landeshauptstadt größer denn je. Die Vegane Gesellschaft organisiert diese Feste österreichweit seit nunmehr 14 Jahren.

Neue Studien aus Dänemark zeigen: Kastenstandhaltung bedeutet 25% tote Ferkel
Eine Studie der dänischen Aarhus-Universität zeigt, dass die heute sehr hohen Ferkelverluste mit Kastenstand aufgrund der einseitigen Züchtung der weiblichen Schweine zu möglichst vielen Ferkeln pro Wurf auftreten. Gab es 1992 noch 11 Ferkel pro Wurf, so sind es heute 16. Mit diesem Anstieg der Ferkel pro Wurf ging gleichzeitig ein Anstieg von 17% auf 25% der Anzahl von Ferkeln einher, die bis zum Absetzen sterben. Eine Grafik dazu: http://www.vgt.at/presse/news/2011/20110518AarhusStudie.pdf
Weiters bestätigte eine Studie des dänischen Schweinezüchterverbands wissenschaftlich, dass die Erdrückungsverluste der Ferkel nur in den ersten 3 Tagen auftreten. Bereits bekannt ist, dass Muttertiere ohne Kastenstände mehr Milch geben und damit stärkere Ferkel produzieren. Durch die Kombination von einer Kastenstandhaltung nur in den ersten 3 Tagen, wie es der Verordnungsentwurf des SPÖ-Gesundheitsministeriums vorsieht, könnte damit das Erdrücken der Ferkel minimiert und gleichzeitig die Überlebensrate maximal gesteigert werden. Bei der Studie schnitten diese „Kombisysteme“ am besten ab.
Grafik: http://www.vgt.at/presse/news/2011/20110518Daenemark.pdf

Tierschutzprozess wird universitäres Forschungsprojekt
Am 17. Mai präsentierten 2 Universitätsprofessoren und 2 Forschungsassistenten für Jus und Philosophie im Rahmen einer Pressekonferenz im Cafe Landtmann in Wien ein neues Forschungsprojekt an der Universität Wien. Anhand des sogenannten Tierschutzprozesses soll wissenschaftlich untersucht werden, ob zivilgesellschaftliches Engagement durch §278a StGB und andere Organisationsstraftatbestände beeinträchtigt wird. Wie weit kann die Bedrohung durch ausufernde Überwachungsmaßnahmen das Verhalten der Zivilgesellschaft beeinflussen?

Parlamentarischer Untersuchungsausschuss zu Tierschutzprozess abgelehnt
Am 17. Mai beantragte die Grüne Fraktion im Parlament die Einsetzung eines parlamentarischen Untersuchungsausschusses zur Tierschutzcausa, um zu ergründen, wer letztlich dafür verantwortlich gewesen sei. Die Oppositionsparteien stimmten für den Ausschuss, SPÖ und ÖVP aber dagegen, wodurch die Bildung des Ausschusses abgelehnt wurde.

Veranstaltung Tierschutz in der Zuchtsauenhaltung
Nach der vom Tierschutz organisierten Diskussionsveranstaltung zum Kastenstandverbot am 2. Mai, folgte am 17. Mai sozusagen das „Rückspiel“, der von der Landwirtschaftskammer organisierte Event. Auch diese Veranstaltung wurde sehr fair moderiert und man war von allen Seiten an einer ernsthaften Diskussion interessiert. Etwa 400 Schweinebauern und –bäuerinnen und vielleicht 30 TierschützerInnen nahmen teil. Der Festsaal der Veterinärmedizinischen Universität war bis zum Bersten gefüllt. Trotzdem die Atmosphäre zwar zeitweise emotional wurde, blieb die konstruktive Stimmung erhalten. Sowohl der österreichische Experte auf dem Gebiet der Kastenstandhaltung, Prof. Josef Troxler, als auch Prof. Hans Wyss vom Bundesamt für Veterinärwesen in der Schweiz, erklärten klar und deutlich, dass vom Standpunkt des Tierschutzes für Mutterschwein und Ferkel zusammen die freie Abferkelbucht ohne Kastenstand die beste Option ist. Dagegen sprach sich lediglich Prof. Steffen Hoy aus Deutschland aus, der aber selbst keinerlei Forschung zu Kastenständen während und nach der Geburt durchgeführt hat. BeobachterInnen warten nun gespannt auf den Kompromiss, den das Landwirtschaftsministerium mit dem Gesundheitsministerium ausarbeiten soll. Die Gespräche werden Ende Mai beginnen.

Artenschutzsymposium sei Werbeveranstaltung für Jagdsafaris, kritisieren TierschützerInnen
Ein von Umweltministerium und EU organisiertes Symposium zum Thema Artenschutz und Armutsbekämpfung in Entwicklungsländern am 18. Mai in Wien rief bereits im Vorfeld Kritik von Tierschutzorganisationen hervor. Sie werfen den heimischen Behörden vor, der Jagd auf gefährdete Arten zu wohlwollend gegenüber zu stehen. Einnahmen aus dem Jagdtourismus in Afrika seien nur für 0,06 % des Bruttosozialprodukts verantwortlich, die lokale Bevölkerung erhalte nur 0,3 US-Dollar pro Person und Jahr, hieß es unter Berufung auf eine Studie der IUCN (Weltnaturschutzunion) aus dem Jahr 2009. Ungleich lukrativer ist demnach der Naturtourismus. Kenia, wo jegliche Jagd schon 1977 verboten wurde, nehme dadurch eine Milliarde US-Dollar pro Jahr ein. Die Einnahmen der acht großen Jagdländer - im südlichen Afrika sowie Tansania - betragen insgesamt nur 200 Millionen US-Dollar. Botswana verbiete die Jagd im Okavangodelta seit 2009, weil der Fototourismus 39 Mal mehr Jobs schaffe.


Vorankündigungen

Heute Freitag ab 13 Uhr und morgen Samstag ab 10 Uhr Kleider Bauer Demo Mariahilferstraße 111 in Wien
Veganmania 2011: 21. Mai Linz, 27.+28. Mai Wien, 11. Juni Graz usw. www.veganmania.at
Von 1.-5. Juni findet die heurige Aktionsakademie statt, siehe www.attac.at/aktionsakademie
Am 2. Oktober gibt es einen Tierschutzlauf in Wien, Anmeldungen unter www.tierschutzlauf.at
Tierrechtskongress in Wien von 8.-11. Dezember 2011, Informationen unter www.tierrechtskongress.at
Die neuesten Sendungen aller Tierrechtsradios in Österreich finden sich auf der Webseite www.tierrechtsradios.at
Siehe www.tierschutzprozess.at für Infos zum Prozess
Siehe www.martinballuch.com für Kommentare des Hauptangeklagten