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Tierrechtsradio
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Sendung vom 26.08.2011 11:00:

22 Schweinefabriken in Vorarlberg gefilmt

Die Haltungsbedingungen von 80% der Schweine Vorarlbergs wurden dokumentiert und angezeigt. Die Ergebnisse sind erschütternd, sagen AktivistInnen.

Tierrechtsnachrichten von 19. – 25. August 2011

Kleider Bauer Demos
In den letzten 7 Tagen gab es 3 Demonstrationen gegen Pelz bei Kleider Bauer, nämlich zwei Mal in Innsbruck sowie ein Mal in Linz.

Tierrechtsdemos
Am 20. August wurden am Wiener Stefansplatz Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.
Am 23. August gab es eine 12 stündige Kundgebung zu Kastenständen von Mutterschweinen am Stefansplatz in Wien.
Am 20. und am 24. August hielten TierrechtlerInnen in der Marktgasse in Feldkirch abends Kundgebungen zu Tierrechten und gegen Fleisch ab.

Minister Berlakovich lässt Verhandlungen über Schweine-Kastenstandverbot platzen
Geschlagene 8 Monate sind seit dem Vorschlag des SPÖ-Gesundheitsministers Stöger vergangen, die Kastenstandhaltung von Mutterschweinen auf ein Minimum zu reduzieren. ÖVP-Landwirtschaftsminister Berlakovich verweigerte zunächst jeden Kommentar, nahm überraschend Ende Juli ein Mal an einem Gespräch mit Minister Stöger teil, äußerte sich dann aber am 21. August zynisch und herablassend über Tierschutz in einem Interview in der Tageszeitung „Die Presse“ und ließ am 23. August die Verhandlungen endgültig platzen. Ein Sprecher der Tierrechtsbewegung meinte, Minister Berlakovich zeige eine dramatische Unreife für den demokratischen Prozess. Er verweigere jede Verhandlung und versuche die Weiterentwicklung im Tierschutz zu sabotieren. Der großen Mehrheit der Menschen in Österreich – 80% sind laut Umfrage für ein Kastenstandverbot – halte Berlakovich den Stinkefinger hin. Dass Berlakovich einen körpergroßen Käfig für Mutterschweine als tiergerecht bezeichnet, sei ein unerträglicher Zynismus, der ihn als Politiker und Landwirtschaftsminister disqualifiziere. Und weiter: „Alternative Systeme gebe es nicht, behauptet er. Was machen dann die Schweinebetriebe in Schweden und der Schweiz, fragt man sich, oder die Biobauern und –bäuerinnen in Österreich, die alle ohne Kastenstand auskommen? Es geht nicht darum, Haltungssysteme zu finden, die genauso billig wie bisher ohne Kastenstand produzieren, sondern offen dazu zu stehen, dass Tierschutz und Qualität in der Tierhaltung eben Geld kosten.“

Tierschutz in Vorarlberg präsentiert Studie zur Schweinehaltung
Im August 2011 waren TierschützerInnen in Vorarlberg unterwegs, um einen Blick hinter die verschlossenen Türen der Schweinebetriebe zu werfen. 22 Betriebe mit insgesamt ca. 7.400 Schweinen wurden im ganzen Bundesland dokumentiert, das sind ca. 80 % aller Schweine in Vorarlberg. Das Datenmaterial wurde am 23. August auf einer Pressekonferenz im Hotel Messmer in Bregenz der Öffentlichkeit präsentiert. Die TierschützerInnen kritisierten: „Schweine müssen unter unvorstellbaren unhygienischen Bedingungen mitten in ihren eigenen Fäkalien leben. Ohne passendes Beschäftigungsmaterial fristen sie ihr Dasein in strukturlosen Buchten in absoluter Monotonie. Schon als Ferkel werden ihnen ohne Schmerzausschaltung und ohne Tierarzt/ärztin die Schwänze abgeschnitten und die männlichen Ferkel werden ohne Betäubung kastriert. Die Zuchtschweine sind zu absoluter Bewegungslosigkeit verdammt und stehen in körpergroßen Käfigen, sogenannten Kastenständen. Unter solchen Bedingungen sind Krankheiten und Verletzungen eine natürliche Folge.“ Die Ergebnisse waren (siehe www.vgt.at/schweine_in_vbg):
• In 95 % der Betriebe herrschen unhygienische Bedingungen!
• 99 % der Mastschweine leben ohne Stroheinstreu und geeigneten Liegebereich!
• 90 % der Mastschweine haben kein geeignetes Beschäftigungsmaterial!
• Alle Mastschweine haben routinemäßig abgeschnittene Schwänze!
• Alle dokumentierten Zuchtsauen müssen ins Abferkelgitter!

Steinböcke auf der Hohen Wand in NÖ sollen bejagt werden
Vor 10 Jahren waren drei Steinböcke auf der Hohen Wand aus einem Jagdgatter entkommen, wo sie für den Abschuss gezüchtet worden waren. Die Tiere wurden zur Attraktion für die BesucherInnen dieser Bergwelt, insbesondere weil sie zu zutraulich sind, und WandererInnen bis ganz an sich heran lassen. Die zuständigen Bezirkshauptmannschaften wollen nun ein Viertel der auf etwa 60 Tiere geschätzten autonomen Population abschießen lassen. Überall regen sich Proteste dagegen.

Bulgarien: Hundequälerische Tradition beendet
Nachdem österreichische TierschützerInnen vor einigen Monaten auf die Tradition des sogenannten „Dog-Spinning“ in der 400 BewohnerInnen umfassenden Gemeinde Brodilovo in Bulgarien aufmerksam geworden waren, sammelten sie Unterschriften dagegen und übergaben diese der bulgarischen Regierung. Diese erließ am 25. August ein Verbot dieser Aktivität. Beim Dog-Spinning werden Hunde an eingedrehten Seilen zwischen zwei Holzstangen aufgehängt, sodass sie sich rasch zu drehen beginnen, bis sie dann in einen Wassergraben fallen.

Thailand: 1000 Hunde vor Schlachthof gerettet
Mitte August stoppte eine Polizeioperation in Nathom und Si Songkhran nahe der Grenze zu Laos den illegalen Transport von über 1000 Hunden, die für einen Schlachthof in Vietnam gedacht waren. 1011 Hunde wurden beschlagnahmt, 119 waren bereits an den Transportbedingungen gestorben. Die Hunde wurden mehrheitlich als Streuner gefangen oder für $30 Dollar in Dörfern gekauft. Den FahrerInnen drohen bei Verurteilung Strafen von bis $670 und bis zu 1 Jahr Gefängnis.

Schweden muss umstrittene Wolfsjagd stoppen
Nach 45 jagdfreien Jahren erlaubte die schwedische Regierung erstmals 2010 wieder die Jagd auf Wölfe, obwohl dort nur 200 Tiere leben. 2010 hatten sich 12.000 Menschen für die Jagd auf die 27 zum Abschuss freigegebenen Wölfe angemeldet, im Jahr 2011 waren es 6900 JägerInnen für 20 Wölfe. Auf die Anfrage der EU-Kommission für eine Begründung für die Jagd, gab die schwedische Regierung nur an, so würde die Akzeptanz von Wölfen in der Bevölkerung steigen. Aufgrund der Drohung der EU-Kommission, Schweden deshalb vor das EU-Gericht zu bringen, gab Schweden am 23. August nach und blies die Wolfsjagd ab.

Vorankündigungen

Am 2. Oktober gibt es einen Tierschutzlauf in Wien, Anmeldungen unter www.tierschutzlauf.at
Die nächsten veganen Sommerfeste: 3. September Innsbruck, 10. September Bregenz, 16. September Wr. Neustadt und 17. September Klagenfurt, siehe www.veganmania.at
Heuer gibt es wieder Animal Liberation Workshops, 8.-9. Oktober in Innsbruck, 15.-16. Oktober in Wien, 23. Oktober in Klagenfurt, 5.-6. November in Graz, 12.-13. November in Linz und am 19. November in Dornbirn, siehe www.animal-liberation.at
Tierrechtskongress in Wien von 8.-11. Dezember 2011, Informationen unter www.tierrechtskongress.at
Die neuesten Sendungen aller Tierrechtsradios in Österreich finden sich auf der Webseite www.tierrechtsradios.at