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Tierrechtsradio
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Sendung vom 17.06.2011 11:00:

Führender EU-Experte zu Schweinen empfiehlt Kastenstandverbot

Kastenstände würden die Ferkelverluste nicht reduzieren, erklärt Prof. Algers ganz deutlich. Muttersauen leiden nachweisbar in den Gitterkäfigen.

Tierrechtsnachrichten von 10. – 16. Juni 2011

Kleider Bauer Demos
In den letzten 7 Tagen gab es insgesamt 5 Demonstrationen gegen Pelz bei Kleider Bauer, nämlich jeweils 2 in Innsbruck und Wien sowie eine in Linz.

Tierrechtsdemo
Am 11. Juni wurden am Wiener Stefansplatz Tierrechtsfilme auf Großleinwand gezeigt.

Veganmania Graz
Am 11. Juni fand das vegane Sommerfest wiederum als Move Festival für Ethik, Diskurs, Kunst und Musik im Stadtpark statt. Tausende Personen besuchten die zahlreichen Informationstische und Verkaufsstände von veganen Köstlichkeiten bei herrlichem Wetter und Musik veganer Bands. Zusätzlich wurde eine Ausstellung mit dem Titel „remove – reuse – recycle“ zu den Themen Recycling-Art, Drap-Art und Green Design geboten. Auch in Graz etabliert sich das vegane Sommerfest als fixer Bestandteil der sommerlichen Straßenfeste.

Entwicklungen und Aktivitäten in der Kampagne für ein Kastenstandverbot von Mutterschweinen
Am 10. Juni gab es am Grazer Hauptplatz und am 14. Juni am Wiener Stefansplatz Informationsveranstaltungen zum Kastenstandverbot von Mutterschweinen. Am 14. Juni wurde auf der Hanssonbrücke über der A23 und am 16. Juni auf einer Brücke über der A22 jeweils in Wien mit Autobahnplakaten gegen Kastenstände protestiert.
Am 10. Juni traf sich die Tierschutzkommission bestehend aus den TierschutzsprecherInnen der Parteien, VertreterInnen des Landwirtschaftsministeriums und der Gesundheitsminister Stöger im Parlament, um über das Kastenstandverbot zu sprechen. Stöger kündigte an, dem Landwirtschaftsministerium nur noch 14 Tage für einen Kompromiss zu geben. Als Übergangsfrist wurde die Zeit bis 2020 in Aussicht gestellt.
Am 15. Juni kam der führende Schweineexperte der EU, Univ.-Prof. Bo Algers von der schwedischen University for Agricultural Science, nach Wien und hielt zur Frage des Kastenstandverbots eine Pressekonferenz im Cafe Museum ab. Die Abferkelung in freien Buchten würde keine höheren Ferkelverluste bringen, als die Abferkelung im Kastenstand, erklärte er. Es handle sich vielmehr um einen Mythos. In Kastenstände würden die Mutterschweine wissenschaftlich nachweisbar stark leiden, so ist die Krankheitsrate doppelt so hoch wie in den freien Buchten und die Dauer der Geburt im Mittel um 72 Minuten länger. Entgegen Gerüchten, dass die Schweineproduktion in Schweden durch das Kastenstandverbot im freien EU-Markt zugrunde gehen würde, gibt es einen Selbstversorgungsgrad mit Schweinefleisch in Schweden von etwa 75%. In Österreich besteht im Vergleich zu 88% Selbstversorgung, mit Kastenstandhaltung. In Schweden, wie in Österreich, ist die Anzahl der Schweinebetriebe in den letzten Jahren und Jahrzehnten stark zurück gegangen, aber das pro Jahr produzierte Schweinefleisch ist in etwa gleich geblieben. Den KonsumentInnen in Schweden sei, so Prof. Algers, der höhere Tierschutzstandard sehr wohl bewusst und sie würden deshalb auch mehr Geld für schwedisches Schweinefleisch bezahlen.
Am 16. Juni traf eine Tierschutzdelegation den ÖVP-Landtagsclub von Niederösterreich. Die VertreterInnen der ÖVP verteidigten den Kastenstand und bezeichneten sich selbst als die einzig wahren TierschützerInnen. Sie machten deutlich, dass die ÖVP als einzige Parlamentspartei voll hinter dem Kastenstand und damit der Tierindustrie steht.

Brutaler Konflikt auf hoher See: illegale Tunfischfischerboote gegen TierschützerInnen
Zwei Schiffe der Tierschutzgruppe Sea Shepherds konfrontierten Mitte Juni eine Reihe von tunesischen Fischerbooten, die in libyschen Gewässern mit Driftnetzen illegal Tunfische zu fangen versuchen. Die FischerInnen bewarfen daraufhin die TierschützerInnen mit Stahlkettengliedern und versuchten den Antrieb der Tierschutzschiffe durch Seile zu beschädigen. Die TierschutzaktivistInnen reagierten mit Würfen von Buttersäurestinkbomben und Wasserkanonen. Zuletzt mussten die TierschützerInnen aber aus Angst vor ernsthaften Verletzungen der Gewalt weichen und brachen den Kontakt ab.

Prozess gegen TierschützerInnen in Schweden wegen Filmens in Schweinefabrik
Im November 2009 hatten TierrechtlerInnen in Schweden eine Reihe von Schweinefabriken heimlich in der Nacht gefilmt, ohne dabei Sachschaden anzurichten. Eine der Fabriken gehörte dem Chef des schwedischen Fleischindustrieverbandes. Trotz zahlreicher Gesetzesverletzungen wurde dieser aber nicht behördlich verfolgt. Stattdessen stehen seit Mitte Juni zwei TierrechtlerInnen wegen Filmen in der Schweinefabrik vor Gericht. In einem Zivilprozess verlangt der Fabriksbesitzer 100.000 Euro Schadensersatz.

Philosophieprofessor aus USA wegen Tierrechtsposition Einreiseverbot nach England
Steve Best aus Texas in den USA, Philosophieprofessor an einer dortigen Universität, bereist momentan Europa und hält Vorträge über Tierrechte. Am 12. Juni wollte Prof. Best von Polen aus ein Flugzeug nach England besteigen, wurde aber daran gehindert. Das englische Innenministerium sprach ein lebenslanges Einreiseverbot gegen Prof. Best aus. Seine Vorträge würden die öffentliche Sicherheit bedrohen, hieß es in der Begründung, da Prof. Best eine zu radikale Position zu Tierrechten vertrete. Nähere Infos: http://www.indymedia.org.uk/en/2011/06/480637.html

Englische Tierversuchskampagne erfolgreich: Hundeversuchstierzucht wird nicht gebaut
Eine intensive Kampagne gegen eine geplante Hundeversuchstierzucht mit dem Namen Marshall Farm in East Riding, England, war am 16. Juni erfolgreich. Das lokale Council verhinderte den Baubeginn mit einer Mehrheitsentscheidung. 2000 Hunde hätten dort jedes Jahr gezüchtet werden sollen, um weltweit Tierversuchslabors mit den Tieren zu beliefern.


Vorankündigungen

Am 2. Oktober gibt es einen Tierschutzlauf in Wien, Anmeldungen unter www.tierschutzlauf.at
Tierrechtskongress in Wien von 8.-11. Dezember 2011, Informationen unter www.tierrechtskongress.at
Die neuesten Sendungen aller Tierrechtsradios in Österreich finden sich auf der Webseite www.tierrechtsradios.at